Abenteuerliche Bergtour vom Achensee auf den Bärenkopf mit Übernachtung auf dem Gipfel

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Am letzten Juli-Wochenende beschlossen wir, eine Bergtour auf den Bärenkopf (1991 m) am Achensee zu machen. Wir starteten am Vormittag und erreichten gegen 13 Uhr Pertisau am Südwestufer des wunderschönen Sees. Beim Gasthof Hubertus gönnten wir uns Kaffee und Kuchen. Danach kühlte ich mich vor dem Aufstieg auf den Gipfel im frischen Wasser des Achensees ab. Der Strand war sehr gut besucht. Kein Wunder: die Ferien in  Bayern haben gerade begonnen und der Tag war heiß. Ich war sehr froh, dass ich den ganzen Nachmittag am See nicht verbringe und die Berge, wie früher, nur von unten betrachten muss.

Kurz vor 16 Uhr starteten wir unsere Wanderung auf den Bärenkopf. Normalerweise sind wir ziemlich flott in den Bergen. Deshalb dachten wir, dass wir den Gipfel vor dem Sonnenuntergang erreichen und vor dem Einbruch der Dunkelheit wieder auf dem Parkplatz sind. Diesmal hatten wir aber schwere Rucksäcke mit Schlafsäcken und Isomatten für ein eventuelles Notbiwak dabei. Für mich war es auch ein gutes Training vor der Besteigung unseres ersten gemeinsamen Viertausenders im August, da ich bisher noch nie mit einem schwerem Rucksack gewandert bin.

Am Anfang war der Aufstieg ziemlich unproblematisch, weil es nicht so steil bergauf ging. Der Wanderweg verlief im Wald, aber ab und zu konnten wir herrliche Aussichten genießen.
Gegen 18 Uhr erreichten wir die Bärenbad-Alm (1447 m). Mein Freund genoss sein Bier in der Alm und ich ruhte mich auf einer herrlichen Blumenwiese mit einem tollen Blick über dem Achensee. Der weitere Weg auf den Gipfel war ziemlich steil und ich merkte gleich, dass mich mein 10-Kilo schwerer Rucksack ziemlich bremst. Ich wurde immer schwächer und konnte nur noch langsam gehen.

Kurz vor dem Sonnenuntergang erreichten wir den Bärenkopf. Es war mein erster Sonnenuntergang auf einem Gipfel, der mich leider etwas enttäuschte. Der Himmel war sehr bedeckt und nur am Horizont konnten wir die roten Farben nach dem Sonnenuntergang beobachten. Trotzdem war es ein unvergessliches Erlebnis. Unten erstreckte sich der lange, von hohen Gipfeln umgebene Achensee. Auf der rechten Seite konnten wir Pertisau sehen und weiter dahinten den Zweitausender, die Seebergspitze, die ich im letzten Sommer alleine bestiegen hatte.

Das Wetter war nicht mehr so schön wie am Nachmittag am Achensee. Ganz im Gegenteil, es hat nach Regen und Gewitter ausgesehen. Da ich nicht mehr in der Lage war, mit dem schweren Rucksack weiterzugehen, entschlossen wir uns, auf der riesigen Wiese unterhalb des Gipfels zu biwakieren. Es ist zwar nicht erlaubt, in den Bergen zu zelten oder zu biwakieren, aber Notbiwak wird geduldet.

Wir packten unsere Therma-Rests und Schlafsäcke aus und versuchten zu schlafen. Statt dem wunderschönen Sternehimmel sahen wir jedoch erste Blitze und es fing an zu regnen. Wir hatten keinen Biwaksack dabei, aber mein Freund hat einen provisorischen Regenschutz gebastelt. Wir versteckten uns direkt neben den Sträuchern und nutzten als Regenschutz eine Isomatte. Es war eine gute Idee und wir wurden nur etwas nass.
Es war eine abenteuerliche Nacht. Das Gewitter mit Blitzen und Donnern zog an uns vorbei. Als wir mitten in der Nacht aufwachten, überraschte uns ein herrlicher Sternehimmel. Bisher habe ich einen Sternehimmel in den Bergen nur auf den Fotos gesehen. Es war spektakulär, weil man so viele Sterne beobachten konnte. Im Tal sieht man wenig Sterne, weil die Luft nicht so klar ist wie oben in den Bergen. Leider war ich zu verfroren und zu müde, um aufzustehen, das Stativ aufzubauen und zu versuchen, ein paar Bilder aufzunehmen. Ich träumte eher von unserem warmen und bequemen Bett zu Hause und dachte, wie glücklich ich doch bin, dass ich ein gemütliches zu Hause habe.

Am Morgen wachte ich schon um 5:30 auf. Mit der Kamera und Stativ lief ich schnell zum Gipfel, um den Sonnenuntergang zu beobachten und zu fotografieren. Kurz vor dem Gipfel lief mir eine Gämse entgegen. Der Sonnenuntergang war wunderschön. Leider habe ich mich mit meiner Systemkamera noch nicht so viel auseinandergesetzt, weshalb ich die Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge nicht gut fotografieren kann.

Wir frühstückten schnell und  begannen mit dem Abstieg. Ich war sehr müde und schwach, weil ich in der Nacht so wenig geschlafen hatte. In der Bärenbad-Alm stärkten wir uns mit Kaffee und Kuchen. Danach ging schon flotter bergab und bald saßen wir im warmen Auto. Zu Hause was das Wetter ziemlich schlecht und wir holten in unserem gemütlichen Bettchen 2 Stunden Schlaf nach.

Insgesamt war es wieder eine wunderschöne Bergtour, die tief in Erinnerung bleibt. So oft werde ich wahrscheinlich die Möglichkeit nicht haben, auf einem Gipfel zu übernachten. Eins habe ich wieder gelernt. Ohne die Abenteuer wäre das Leben langweilig und um sie zu erleben, muss man die eigene Komfortzone verlassen. Aber es ist wunderschön, wieder in die Komfortzone zurückzukehren.

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