Aktivurlaub auf Fuerteventura im April

Den ganzen Winter lang schwärmten wir mit meinem Freund von unserem ersten gemeinsamen Kanarenurlaub. Vor unserer Beziehung hatten wir beide auf den Kanaren viele Urlaube im Winter verbracht, aber ganz unterschiedlich. Mein Freund war auf den Kanaren sportlich unterwegs und ich machte dort eher Badeurlaube mit Sightseeing-Ausflügen.

Irgendwann zu Ende des Winters ist es aber so weit. Mein Freund hat keine Geschäftstermine, ich finde eine günstige Pauschalreise auf meinem Reiseportal urlaubscenter24.com und buche sie gleich. Das Hotel Fuerteventura Princess in Esquinzo Playa kenne ich schon. Vor 6 Jahren war ich dort mit einer Freundin und die schöne Hotelanlage hat uns sehr gut gefallen.

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Die Reise beginnt sehr früh am 6. April. Der Flug geht um 7:40 und ich muss schon um 4:30 aufstehen. Es ist ein ruhiger Flug. Ich lese ein paar Kapitel des Buches „Running wild“, eine interessante Autobiographie des Extremläufers Ralf Fuchsgruber und nach 4,5 Stunden landen wir auf Fuerteventura.

Nach dem Einchecken essen wir schnell was im Hotelrestaurant mit Meerblick und gehen zum Strand. Unterhalb der weitläufigen Hotelanlage erstreckt sich ein traumhafter kilometerlanger Sandstrand. Ich muss mich endlich bewegen und laufe barfuß am Strand entlang. Zum Abkühlen springe ich ins Wasser, aber der Atlantik ist noch sehr kalt (17-18 Grad) und es kostet die Überwindung. Mein Freund schwimmt im Neoprenanzug 2-3 km die Küste entlang. Am Abend gibt es ein leckeres Abendessen im Buffetrestaurant.

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Wandern auf den höchsten Berg Fuerteventuras, den Pizo del Zarza
Für den nächsten Tag haben wir eine Wanderung auf den höchsten Berg Fuerteventuras, den Pico del Zarza geplant. Der Berg ist 807 m hoch und vom Ausgangspunkt beim Hotel Barcelo Jandia Mar aus sind es etwa 600 m. Wir fahren dorthin mit dem Taxi und fangen mit dem langen Anstieg an.
Das Wetter ist herrlich, 22 Grad und wenig Wolken. Bis zum Pizo del Zarza sind es gute 8 km und teilweise ist der breite Wanderweg ziemlich flach. Ich probiere das Trailrunning aus, weil mir das langsame Gehen zu langweilig ist. Die neuen Trailrunning-Schuhe Asics Gel Fiji Attack haben schon am Gardasee den Test gut bestanden und das Laufen auf dem Wanderweg macht Spaß. Mein Freund mag in den Bergen nicht laufen, aber es ist kein Problem, weil ich viele Fotopausen mache.

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Die Landschaft auf dem Wanderweg ist typisch für Fuerteventura, karg und es gibt kaum Vegetation. Unten erstrecken sich die weißen Sandstrände von Jandia und der türkisblaue Atlantik. Da vor unserem Urlaub viel auf Fuerteventura geregnet hatte, sieht man zwischen den vulkanischen Felsen viele grüne und blühende Pflanzen. Der letzte Teil des Wanderweges ist umzäunt.
Nach ca. 1,5 Stunden erreichen wir den Gipfel, was bei unserer guten Kondition ziemlich unproblematisch ist. Der Blick von oben aus übersteigt meine Erwartungen, ist atemberaubend und traumhaft schön. Man sieht die wilde, kaum bewohnte Westküste der Insel mit ihrer endlosen Sandstränden, die weiße Brandung und die kargen Berge. In diesem Moment denke ich, wie schön das Leben ist und dass es sich für solche glückliche Augenblicke lohnt zu leben. Am Abend poste ich auf meiner Facebook-Seite eine Bildcollage von der Wanderung mit der Überschrift „The Life ist beautiful“.

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Der Abstieg auf dem breiten und langen Weg ist sehr leicht und ich laufe. Immer wieder warte ich auf meinen Freund und mache Bilder. Zum Schluss besteige ich noch einen kleinen Berg mit einem guten Blick auf die Orte Jandia und Morro Jable, den Leuchturm und die Strände.
Mein Freund nimmt den direkten Weg und wir verlieren uns. Ich treffe noch einmal die Windsurferin, mit der wir uns auf dem Gipfel unterhalten hatten und sie erzählt mir, dass ihr Mann unten im Hotel ist und sie ihren Sport selbst macht. Ich erzähle ihr, dass ich meinen Mann vor 3 Jahren verlies, weil er sich so ungerne an der frischen Luft bewegt hatte, selbst mit Sport angefangen habe und jetzt alles mit meinen neuen, sportlichen Partner unternehmen und erleben kann.
Dann laufe ich weiter bis zum Strand. Es ist sehr warm, ich habe mein Bikini im Rucksack, ziehe mich um und springe ins kalte türkisblaue Atlantikwasser. Zum Hotel sind es noch circa 5 km und ich laufe am Strand entlang.

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In der Poolbar finde ich endlich meinen Freund, der schon sein Bier genießt. Ich trinke eine Cola light und schwimme noch in einem der hübschen Pools.
Beim einem Glas Rotwein beim Abendessen beobachten wir die vielen anderen Hotelgäste, die nicht besonders sportlich aussehen und fragen uns, wie man den ganzen Tag lang auf der Liege am Hotelpool oder Strand liegen kann. Es ist doch so langweilig. Wir essen viel, weil es lecker schmeckt und weil wir nach der langen Wander- und Lauftour einfach Hunger haben.

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Rennradfahren auf Fuerteventura
Am dritten Urlaubstag leihen wir bei Vulcano Bikes Rennräder für 4 Tage, die ich schon vor dem Urlaub reservierte. Der nette Mitarbeiter passt die Räder an und wir fahren los. Das Ziel ist der kleine Ort La Pared auf der Westküste, wo ich vor 8 Jahren mit dem Mietwagen war. Es sind nur 30 km, aber es stellt sich heraus, dass das Rennradfahren von Jandia aus gar nicht so einfach und angenehm ist. Es gibt dort eine Autobahn und eine alte Straße, die parallel läuft. Am Angang fährt man auf der ruhigen Straße, später hört die Autobahn auf und man fährt auf der stark befahrenen Hauptstraße. In die Gegenrichtung muss man sogar teilweise auf der Autobahn auf einem breiten Seitenstreifen fahren, was aber erlaubt ist, weil es keine andere Möglichkeit gibt.
Die Strecke verläuft abwechselnd bergauf und bergab. Nördlich von Costa Calma verlässt man die Schnellstraße und nimmt man eine angenehme und wenig befahrene Straße nach La Pared.

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Nach La Pared brauchen wir zirka 1,5 Stunden. Es ist ein kleiner Ferienort auf der wenig bewohnten Westküste Fuerteventuras abseits von Massentourismus. Hier gibt es herrliche Sandstrände und Buchten, aber das Baden ist aufgrund der starken Brandung und Unterströmungen lebensgefährlich.
Mein Freund will auf der Westküste mit Neoprenanzug schwimmen, weil ihm der ruhige Atlantik auf der Ostküste zu langweilig ist, aber zum Glück hat er bei unseren Radtouren nie den Neoprenanzug dabei.
Wir machen einen Stop beim Lokal Bahia La Pared, gehen zur herrlichen Sandbucht und genießen die traumhafte Szenerie auf den Felsen. Nach einem kurzen Besuch des Lokals fahren wir ins Hotel nach Esquinzo Playa zurück.

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An diesem Tag machen wir circa 1200 Höhenmeter auf einer relativ kurzen Strecke von 60 km. Das ist für mich nicht so anstrengend, obwohl ich mit dem Radfahren in den Bergen noch wenig Erfahrung habe und schlecht bin. Das längere Bergauffahren erschöpft mich schnell und wenn es steil wird, muss ich das Rad schieben. Beim Bergabfahren auf steilen kurvigen Strecken habe ich Angst, fahre vorsichtig und muss viel bremsen.

Die zweite Rennradtour soll zu den Bergorten Pajara, Betancuria, Antigua im Inselinnern gehen. Der Mitarbeiter bei Vulcano Bikes erwähnte zwar, dass es steil und sehr anstrengend ist, aber ich denke, dass die Berge doch so klein sind. Zwar habe ich noch in Erinnerung den Autoausflug mit vielen Pässen vor 6 Jahren, aber weiß nicht, wie viele Höhenmeter das sein konnten.
Nach dem ausgiebigen Frühstück mit Meerblick fahren wir wieder die bekannte Strecke und sind schnell in La Pared. Nördlich von La Pared geht die Straße FV-605 dauernd leicht bergauf, aber es ist für mich nicht schwer. Die karge Landschaft mit niedrigen Bergen ist faszinierend und es kommt uns vor, als wären wir irgendwo auf dem Mond. Ab und zu sehen wir einsame einfache Häuser und ein paar Palmen, sonst nichts. Ich esse eine Käsesemmel, weil ich plötzlich Hunger bekomme. Das ist bei mir immer gefährlich ist, weil ich schnell die Kraft verliere, wenn ich bei der intensiven körperlichen Betätigung zu wenig esse.

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Nach 2,5 Stunden Fahrt nähern wir uns einem Pass und es wird immer steiler. An einer steilen Kurve weiß ich, dass ich nicht weiter bergauf fahren kann. Ich schiebe mein Rad zum Pass, wir gehen zu Fuß zum Aussichtspunkt Mirador Sicasumbre, der gleichzeitig ein astronomischer Aussichtspunkt ist. Es ist aber bewölkt und kalt, so dass wir nur ein Paar Bilder machen und zurück fahren. Mein Freund rennt bergab, ich fahre vorsichtig und bremse, aber in einer Stunde sind wir wieder unten am Meer.

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Wir setzen uns in einem anderen Lokal in La Pared (einem von 3-4 Lokalen im Ort), ziehen die Ärmlinge und Beinlinge aus und genießen die Sonne und Wärme. Ich esse noch ein großes Sandwich und dann gehen wir zu einem anderen Strand, den wir noch nicht kennen. Die Sandbucht ist noch schöner als der Strand vor dem Lokal Bahia La Pared. Der dunkle kleine Sandstrand ist umgeben von hellen und schwarzen Felsen, an denen sich die hohen Wellen brechen. Mit ein paar Wellenreitern im unruhigen Atlantik sind wir ganz alleine auf dem traumhaft schönen Strand. Ich fühle mich wieder so glücklich wie auf dem Pizo del Zarza und würde am liebsten auf dem Strand ein paar Stunden bleiben, aber es ist spät und wir haben eine lange Fahrt mit vielen Höhenmetern bergauf und bergab von uns.

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Der Wind ist sehr stark und manchmal habe ich Angst, dass ich stürze. Wenn wir ins Hotel kommen, bin ich total kaputt. Meine Roadbike App für Iphone zeigt 1940 Höhenmeter und 75 km. Meine Kondition ist noch nicht so gut und es ist einfach zu viel, deshalb fühle ich mich beim Abendessen nicht so toll. Mein Freund hat wiederum eine gute Laune und meint, er konnte noch zweimal so viele Höhenmeter machen. Nach dem Abendessen will ich nur noch schlafen.

Am nächsten Tag wollen wir uns aber etwas entspannen. Nach dem ausgiebigen Frühstück im kleinen Hotelrestaurant mit Meerblick, fangen wir mit einer langen Strandtour nach Morro Jable. Das Wetter ist herrlich. Mein Freund geht und ich laufe am Strand entlang, mache viele Bilder.

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In Morro Jable schwimme ich 10 Minuten im Ozean, danach gehen wir zum schönen Aussichtspunkt auf Morro Jable und den herrlichen Sandstrand und Besuchen ein kleines Lokal an der Strandpromenade. Zurück geht der Weg auf den hübschen Promenaden. Insgesamt sind es 20 km, die ich überwiegend im Laufen bestreite. Ich mag aber einfach nicht langsam gehen und wenn ich zu Abend ein paar leckere Sachen aus dem Buffetrestaurant essen will, muss ich schon viele Kalorien verbrennen. Das Spazierengehen bringt mir nicht viel.

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Mountainbike-Tour nach Cofete

Am verletzen Tag unseren Urlaubs tauschen wir die Rennräder gegen Mountainbikes. Die letzte Tour geht nach Cofete, der nur über eine Schotterpiste zu erreichen ist und wo ich währen meiner zwei anderen Badeurlaub nicht besuchen konnte. Cofete ist ein seltsamer Ort auf der wilder Westküste und besteht aus ein paar einfachen Häusern und einer Bar für die Sightseeing-Touristen.
Das Mountainbike-Fahren auf dem geliehen Rad gefällt mir sehr gut. Vor 2 Jahren bin ich sehr wenig Rad gefahren und habe ich mir ein einfaches Mountainbike Scott Contessa gekauft, was im Vergleich zu diesem Rad wie ein Mädchen-Fahrrad aussieht und fährt. Auf dem Leihrad fühle ich mich wie auf einem Traktor, da die Räder groß und dick sind, die Sitzposition bequem, die Federung gut ist und die Gänge schnell und fließend auf dem Berg schalten.
Hinter dem Hafen von Morro Jable beginnt die Schotterpiste nach Cofete. Die karge und etwas monotone Landschaft ist nicht so beeindruckend. Aber es macht Spaß. Auf der linken Seite ist der Ozean zu sehen, auf der rechten kleine Berge, die Sonne scheint und das Mountainbike fährt so schön.

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Nach circa 2 Stunden Fahrt wird die Straße immer steiler und kurviger. Wir nähern uns einem Pass. Dort ist es schrecklich windig, aber der Aussicht auf die Westküste, die Berge und die Straße nach Cofete ist traumhaft schön. Wir machen ein paar Bilder und fahren weiter bergab.
Nach Cofete fahren wir nicht lange und zuerst besuchen wir dort die Bar, das Zentrum des Ortes, der am Ende der Welt zu liegen scheint. In der Nähe am Fuß der Berge liegt die geheimnisvolle Villa Winter.

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Vor der Bar stehen viele Autos und sie ist gut besucht. Danach fahren wir 2 km runter zum Strand. Der wilde, kilometerlange Sandstrand ist atemberaubend schön und lädt zum Laufen oder Spazierengehen ein. Aber es ist schon spät und müssten zurück.

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An diesem Tag fahren wir in 5,5 Stunden 52 km mit 1650 Höhenmeter. Beim Abendessen tauschen wir unsere Erlebnisse aus und wundern uns, dass auf dieser tollen, für uns nicht so schwierigen Strecke nur Autos unterwegs waren und so gut wie keine Radfahrer.

Am siebten und letzten Tag vor der Rückreise unternehmen wir nichts. Wir gehen nur am Strand entlang Richtung Costa Calma spazieren, ich bade im Ozean, mein Freund schwimmt zwei Kilometer im Neoprenanzug. Am Ende des Urlaubs tut mir ein solcher ruhiger Tag gut, aber den ganzen Urlaub so zu verbringen wäre einfach langweilig.

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