Das Glück muss man in sich selbst finden – wer Leidenschaften im Leben hat, ist glücklicher

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Neulich habe ich einen interessanten Artikel auf dem Blog bewusstgluecklich.ch gelesen: “Das ist dein Leben – was tust du damit”. Die Bloggerin Nicole hat für sich entdeckt, dass das normale Leben mit wenig Freizeit, das oft als Hamsterrad bezeichnet wird, sie nicht glücklich macht. Um was zu verändern, hat sie ihre Arbeit auf 4 Tage in der Woche verkürzt. Sie schreibt “Ich will lebendig sein, sodass etwas mit Inhalt erfüllt ist und praktiziert ist. Und dafür brauche ich vor allem eines: Zeit! Mein Körper, mein Kopf und meine innere Stimme schreien förmlich nach Zeit. Deshalb ist es an der Zeit für eine Veränderung.”

Ähnlich ging mir vor 11 Jahren. Nach dem Abschluss des Tourismusstudiums im Frühling 2004 setzte ich meine Tätigkeit neben dem Studium als Buchhalterin und Sekretärin in einer Steuerkanzlei in der Vollzeit fort. Der Job langweilte mich und ich hatte sehr wenig Zeit für mich. Nach ein paar Monaten reduzierte ich meine Arbeit auf 4 Tage in der Woche. Gleichzeitig entdeckte ich eine Möglichkeit, mich selbständig mit einem Online-Reisebüro zu machen. Das machte mir Riesenspaß und ich widmete meine ganze Freizeit, um meinen Traum von der Selbständigkeit in der Reisebranche zu realisieren. Ein halbes Jahr später, als erste Provisionseinnahmen kamen, kündigte ich den Job und ging alle Risiken der Selbständigkeit ein. Ich war fleißig und hatte auch viel Glück, so dass ich mit meiner Selbständigkeit jahrelang viel Geld verdiente.

Mittlerweile weiß ich, dass man gar nicht so viel Geld braucht, um sich glücklich zu fühlen. Viel wertvoller als Geld ist die Freizeit für Sachen und Menschen, die man liebt. Deshalb ist es oft sinnvoll, sich Gedanken zu machen, wie man mehr Freizeit im Leben erreicht. Sicher ist es nicht immer einfach, Geld damit zu verdienen, was einem Spaß macht und helfen kann nur die Reduzierung der Arbeitszeit, wie das Nicole und ich vor Jahren gemacht haben.

Wesentlich leichter ist es im Privaten, das Leben lebendig, erfüllt und glücklich zu gestalten, aber man muss irgendwann erste Schritte machen. Bei mir war vor 5 Jahren der Auslöser der Veränderung der Sport. Ich habe meinen Körper nach 38 Jahren mit sehr wenig körperlicher Betätigung endlich bewegt und mich innerlich gestärkt. Danach habe ich meinen Ex-Mann nach 15 Jahren verlassen, auf das sichere und komfortable Leben in einem modernen Reihenhaus verzichtet und in meine eigene Wohnung mit meinem 6-jährigen Sohn eingezogen. Am Anfang war alles nicht leicht, aber seit 2,5 Jahren habe ich eine glückliche Beziehung mit meinem neuen, passenden Partner, der mir gezeigt hat, was man für tolle Sachen inmitten der wunderschönen Natur unternehmen kann. An Wochenenden, wenn mein Sohn bei seinem Papa ist, machen wir tolle, oft abenteuerliche Berg- und Radtouren, seit diesem Winter sogar Schneeschuhwanderungen, gehen langlaufen… Auch meinen Sohn versuche ich für meine Leidenschaft, die gesunde Bewegung inmitten der Natur zu begeistern.

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Ich sehne mich auch nicht mehr nach fernen Zielen, weil sie für mich momentan nicht erreichbar sind. Eine bis zwei Flugreisen im Jahr auf die Kanaren oder ans Mittelmeer reichen mir und viel wichtiger ist mir beim Reisen, dass man das Land aktiv zu Fuß oder auf dem Rad erkundet. Endlich habe ich verstanden, wie schön Bayern und die Alpen sind und dass man schon Glück hat, hier zu leben.

Das normale Leben, das aus Schlafen, Aufstehen, Arbeiten und Essen besteht, ist bei mir schon eine entfernte Vergangenheit. Eins ist aber sicher, das Hamsterrad, dazu noch das Leben mit einem unpassenden Partner heben mir nicht gut getan. Mittlerweile sieht mein Leben ganz anders aus: spannend und glücklich, aber nur deswegen, weil ich vor 5 Jahren erste Schritte machte, um mein Leben derart zu verändern.

Heutzutage brauche ich weder Ausruhen auf der Couch vor der Fernsehen noch Entspannung auf der Liege im Urlaub. Ich arbeite zwischen 25 und 40 Stunden in der Woche, habe einen 10-jährigen Sohn, um den ich mich kümmern muss und viel Arbeit im Haushalt, aber all das überfordert mich nicht. Warum? Weil ich meine berufliche selbständige Tätigkeit liebe, obwohl es auch schwierige Zeiten gab und strebe nicht danach, alles im privaten und beruflichen Leben perfekt zu machen. Meine Leidenschaften für Touren, Reisen und Fotografieren der wunderschönen Landschaften geben meinem Leben den Sinn und machen mich glücklich.

Ich bin mir sicher, dass jeder Mensch Leidenschaften hat, die sein normales Leben bereichern und die ihm das Gefühl geben können, hier und jetzt glücklich zu leben. Nicole zitiert in ihrem Blogartikel “Es ist nicht immer leicht, Glück in sich selbst zu finden – aber es ist unmöglich es anderswo zu finden.” Für mich bedeutet das Glück in sich selbst eben die Leidenschaften. Deshalb sollen die Arbeit und Pflichten im Leben nicht dominieren, weil man Zeit für eigene Leidenschaften braucht, es sei denn man hat schon einen Beruf, den man liebt und der mit der Freizeit stark verbunden ist.

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2 Comments

  • Liebe Iwona,
    vielen lieben Dank für diesen Artikel. Ich fühle mich sehr geehrt :-) Nun, da mir meine Freizeit und die Verwirklichung der Träume so wichtig ist, reduziere ich meine Arbeitszeit im Büro nochmal und arbeite ab Sommer “nur” noch 2.5 Tage fest angestellt. Was ich mit der restlichen Zeit noch alles so anstellen werde, wird sich zeigen. Aber langweilig wird es nicht :-) Alles Gute für dich weiterhin!

    Liebe Grüsse,
    Nicole

    • Liebe Nicole,
      auch vielen Dank für deine netten Worte… Toll, dass du ab Sommer nur noch 2,5 Tage im Büro arbeiten wirst. Der Sommer ist eine wunderschöne Jahreszeit und an schönen sommerlichen Tagen kann ich kaum im Büro und zu Hause sitzen.
      Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg bei der Verwirklichung deiner Träume und viel Spaß in deiner Freizeit :-).
      LG
      Iwona

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