Ein 40-km Lauf im Rahmen der Marathonvorbereitung

In zwei Wochen nehme ich am München Marathon teil und muss ein paar längere Läufe machen, um die Strecke von 42 km zu schaffen. Normalerweise laufe ich 10 km, selten 20 km und die Marathonstrecke ist eine große Herausforderung für mich.
Vor einer Woche war ich nicht so erfolgreich mit dem 28-km Lauf von Dachau nach Markt Indersdorf, da ich nur 22 km laufen und die restlichen 6 km nur schnell gehen konnte. Das hat bei mir selbstverständlich große Zweifel hervorgerufen, ob ich den Marathon finishen werde.

Eine Woche später beschließe ich, eine Stecke von 40 km zu Fuß zurückzulegen, damit sich mein Körper und meine Beine an einen längeren Lauf gewöhnen. Die ersten 30 km will ich laufen und die restlichen 10 km zügig gehen.
Ich starte gegen 8:30. Das Wetter an diesem Tag ist optimal für einen langen Lauf: 10 Grad, sehr bewölkt, aber es regnet nicht.
Die erste Etappe sind 20 km von Dachau Ost zur Ruderregatta in Oberschleißheim. Ich laufe auf dem Radweg an der Schleißheimer Straße entlang, dann mache ich eine Runde um den 5 km langen Ruderregatta-See und laufe durch einen Wald zum Karlsfelder See und nach Hause zurück.

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Für die Strecke brauche ich 2 Stunden. Dort verbringe ich ein paar Minuten und trinke ein isotonisches Getränkt, was mich für einen weiteren Lauf stärkt.
Die zweite Etappe ist meine normale 10-km Trainingsstrecke zum Karlsfelder See. Nach 5 km merke ich aber, wie müde ich schon bin und am Karlfelder See muss ich ein paar Mal Gehpausen einlegen.
Nach dem 28 km will ich aufgeben und nur noch gehen. Plötzlich taucht aber eine langsamere Radfahrerin auf, die höchstens 10 Jahre älter als ich ist. Sie fährt so langsam, dass ich sie überholen muss. Ich denke, dass ich in 10 Jahren eine so schlechte Kondition nicht haben möchte und das motiviert mich, um die letzten 2 km doch zu laufen.

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Für 30 km brauche ich 3 Stunden 6 Minuten. Zu Hause verbringe ich diesmal eine Viertelstunde, weil mein Iphone aufgeladen werden muss. Ich bin schon sehr erschöpft, aber es ist jetzt egal, weil ich vorhabe, die letzten 10-km schnell zu gehen.
Die letzte Etappe meines 40-km Laufes führt auf der Sudetenlandstraße zum Radweg an der Amper. Da es aber kalt ist, laufe ich von Anfang an im sehr langsamen Tempo 7:30. Es ist eine schöne Strecke, weil sie im Wald am Fluss entlang verläuft. Ab und zu wechsle ich den langsamen Lauf zum Gehen, aber ich dann laufe ich wieder, weil ich das Ziel vor den Augen sehe. Nach dem 38 Kilometer treffe ich im Wald ein Paar, das sehr langsam spazieren geht. Sie sind auch etwa 10 Jahre älter als ich und der Mann ist ziemlich dick. Diesmal motiviert mich nichts mehr. Ich fange sogar kurz an, mir zu überlegen, ob die beiden nicht recht haben, dass sie so gemütlich spazieren gehen und ob es nicht egal ist, ob man schlank oder dick ist.
Kurz vor dem Ziel, meiner Haustür, geht es mir wieder besser und ich bin sehr stolz auf mich, dass ich die schwierige 40-km Strecke geschafft habe. Diesmal bin ich zuversichtlicher und hoffe, dass es mir gelingt, meinen ersten City-Marathon zu finishen.

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