Kurzurlaub in Südtirol über Ostern – Abenteuerliche Schneeschuhwanderung auf den Zweitausender Fischbühel, Rennradfahren im Etschtal und Laufen ums Meran

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Südtirol gehört zu meinen beliebtesten Reisezielen für meine zahlreichen Kurzurlaube und Wochenendtrips. Die wunderschöne Ecke Italiens, wo deutsch gesprochen wird, ist von München aus in 3 bis 4 Stunden erreichbar. Meistens buche ich sehr kurzfristig eine Unterkunft auf booking.com, wenn die Wettervorhersage gut aussieht.

Die letzten Ostern haben wir mit meinem Freund in Algund in der Nähe von Meran verbracht. Nach der langen Anfahrt (Stau) am Karlfreitag mussten wir uns unbedingt bewegen und liefen 10 km von unserem Hotel zum Tiroler Dorf, in die Altstadt von Meran und zurück nach Algun. Das war ein herrlicher Lauf mit 400 Höhenmetern und wunderschönen Blicken.

Am nächsten Tag gleich nach dem Frühstück starteten wir mit der 100-km Rennradtour durch das Etschtal. Das Rennradfahren auf dem breiten Radweg zwischen den schneebedeckten, hohen Gipfeln und unzähligen Apfelplantagen (die Apfelbäume haben leider noch nicht geblüht) machte mir Riesenspaß. Das sonnige Wetter mit Temperaturen bis zu 20 Grad war sehr angenehm, aber der starke Gegenwind und die Steigung vor Laars schwächten meine Kräfte. Statt weiter zum Rechensee zu radeln, mussten wir nach ca. 50 km umkehren. In Prad gönnten wir uns Kaffee und leckeren Kuchen im Cafe am Platzl, der bei Radfahrern sehr beliebt ist und einen tollen Blick auf den Ortler bietet. Der Rückweg nach Algun ging bergab und bald waren wir im Hotel.

Der Highlight dieses Wochenendtrips war die Schneeschuhwanderung am Ostersonntag. Wir planten die Tour am Abend bei Pizza und Wein. Ich wollte auf einen Gipfel und wir entdeckten auf der Karte von Meran und Umgebung von Kümmerly+Frey die Gegend von Sponser Seen in der Texelgruppe und den Zweitausender Fischbühel (2191 m).
Der Startpunkt unserer Wanderung war das Gasthof Tiroler Kreuz (800 m) oberhalb von Dorf Tirol. Wir gingen an mehreren Almen vorbei und legten Schneeschuhe erst bei der Bockerhütte (1700 m) an. Wir mussten durch zwei alte Lawinen gehen und einen Bach überqueren, weil wir den Weg verloren. Für mich war es ein riesiges Abenteuer, um so mehr, dass ich erst im Winter 2015/2016 mit Winterwanderungen angefangen habe. Ich hatte ein bißchen Angst, dass uns eine Lawine erwischen könnte, aber mein Freund hat viel Erfahrung in den Bergen und hatte überhaupt keine Bedenken.  Wir bewegten uns durch herrliche Schneelandschaften zwischen den hohen Gipfeln der Texelgruppe und waren ganz alleine in den Bergen. Im Vergleich zu den Sommerwanderungen war es sehr mühsam, bergauf zu gehen, aber wir erreichten unser Ziel, die Gegend der Sponser Seen. Zu der Alm Oberkas (2131 m) gingen wir nicht, weil es schon spät war und uns viel wichtiger der gegenüberliegende Gipfel Fischbühel (2191 m) war. Es war sehr einfach, den schneebedeckten Gipfel zu erreichen. Die Aussicht im Winter ist grandios und unvergesslich. Wir genossen eine gute halbe Stunde dort und fingen mit dem Abstieg an. Auf den Schneeschuhen bewegten wir uns sehr schnell bergab und nach 2 Stunden saßen wir schon im Auto.

Noch vor einem Jahr hätte ich noch nicht geglaubt, dass ich eine solche Schneeschuhwanderung machen werde. Bei kälteren Temperaturen (unter 15 Grad) habe ich nämlich ein Problem mit meinen Fingern (Raynaud Symptom), die plötzlich weiß werden und wie Leichenfinger aussehen. Wenn ich mich aber schneller bewege (Laufen oder Langlaufen) geht die Beschwerde nach ca. 10 Minuten weg. Nach der ersten Winterwanderung im Dezember auf den Heimgarten habe ich ziemlich schnell verstanden, dass mein Puls beim schnellen Wandern hoch genug ist und die Finger nicht weiß werden.

Insgesamt war es ein tolles Osterfest, mit viel Erlebnissen und Abenteuern, leckerem Essen in Restaurants in Algun und am Ostermontag bei uns in Dachau mit meinem Sohn, der die erste Ferienwoche bei seinem Papa verbracht hat.

1 Comment

  • Was für ein abwechslungsreicher Aufenthalt! Vor Lawinen hätte ich auch Angst. Gut, wenn jemand dabei ist, der die Lage einschätzen kann.
    Übrigens danke für die liebe Antwort!
    Zum Wandern motivieren/überreden muss ich meine Tochter allerdings auch öfter.
    LG Carolin

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