Kurzurlaub am Kalterer See – Rennradfahren zum Mendelpass, Laufen und Wandern

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Am Kalterer See war ich das letzte Mal vor 9 Jahren, im August 2006, als mein Sohn 3 Monate alt war. Der Kurzurlaub im 4-Sterne Hotel Parc mit einem frischen Baby war alles andere als aktiv und sportlich, aus heutiger Sicht einfach langweilig, aber schon damals hat mich der kleine natürliche See, umgeben von Weinbergen, sehr beeindruckt.

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Meinen zweiten Kurzurlaub am Kalterer See mache ich zufälligerweise auch im August, 9 Jahre später, allerdings mit meinem Freund ohne meinen Sohn, der das Wochenende beim Papa verbringt.

Der Kalterer See ist ein perfektes Reiseziel für Aktivurlauber und wir wollen diesmal an jedem Tag was anderes unternehmen.
Wir fahren am Freitag Mittag los und nach 5 Stunden Autofahrt kommen wir in Tramin an der Weinstrasse (italienischer Name Termeno sulla Strada del Vino) an. Nach dem schnellen Einchecken in unserer Pension wollen wir uns die Gegend mit dem Rennrad ansehen und mein Freund freut sich schon auf die Rennradtour zum Mendelpass am nächsten Tag. Ich habe gemischte Gefühle, weil ich auf dem Berg schlecht bin und noch nie einen Pass gefahren bin. Mit Erleichterung stelle ich fest, dass ich die Rennradschuhe vergessen habe. Mein Freund ist sehr enttäuscht, aber hofft, dass wir am nächsten Tag nach dem Frühstück ein Fahrradgeschäft in Kaltern finden, wo ich neue Schuhe kaufen kann.
Statt Rennradfahren gehen wir laufen. Es ist schon spät, aber wir starten Richtung Kalterer See und laufen zwischen wunderschönen Weinbergen und Apfelbaumwiesen. Ab und zu pflücke ich eine leckere Weintraube und laufe weiter.

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Nach 5 km nähern wir uns dem See, erreichen ein Naturschutzgebiet am Südostufer und laufen weiter am Ostufer entlang. Da der See nur 2 km lang und 1 km breit ist lässt er sich schnell umrunden. Wir laufen an Hotels und Restaurants vorbei. Ich erkenne das komfortable Hotel Parc mit eigenem Seezugang. Zurück nach Tramin geht es über einen Wanderweg oberhalb der Weinberge und wir müssen viele Höhenmeter zurücklegen. Wir werden aber mit schönen Blicken auf den Kalterer See, Berge und Tramin belohnt. Unser 18-km entspannter Lauf dauert ca. 2 Stunden und danach lassen wir den Tag bei Pizza und Wein ausklingen.

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Am nächsten Tag gleich nach dem Frühstück suchen wir das Radgeschäft, das uns in der Pension empfohlen worden ist. Das ist ein großer Laden in St. Michael, nördlich von Kaltern und es gibt dort passende, weiße Rennradschuhe für mich. Ich finde noch ein hübsches Radtrikot und es bleibt mir nichts anderes übrig als zum Mendelpass zu fahren. Wir parken im idyllischen Ort St. Nikolaus, etwas oberhalb von Kaltern und müssen die steile Straße SP15 fahren. Mein Freund tröstet mich, dass die Steigung auf der Straße zum Mendelpass wesentlich sanfter verläuft. Es ist etwas anstrengend, aber die steile Strecke ist nur ein paar Kilometer lang und die Straße verbindet sich mit der SS42, der Mendelpass-Straße. Wir machen eine Pause an einem Brunnen, ich trinke viel und wir fahren weiter.

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Bis zum Mendelpass sind es noch 700 Höhenmeter und 11 Kilometer, aber ich bin zuversichtlich, dass ich es schaffe. Ich sehe nämlich, dass sich meine Grundkondition sehr verbessert hat und ich mir leichter auf dem Berg tue. Noch vor einem Jahr während unseres Urlaubs in Ligurien war ich ziemlich schwach auf dem Berg. Anscheinend haben aber die schnellen Trainingsläufe, Wettkämpfe und das schnellere Rennradfahren auf meinem neuen Rennrad sehr viel gebracht.

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Auf der Straße sind wir nicht alleine. An diesem schönen Samstag sind zahlreiche Auto-, Motorrad- und Rennradfahrer unterwegs, aber es hält sich noch in Grenzen. Auf der 11-km Strecke machen wir zwei Foto- und Trinkpausen, was für mich sehr wichtig ist, weil ich mich erholen kann.

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Zum Mendelpass (1362 m) fahren wir 1,5 Stunden bergauf. Vor dem Schild Passo Mendola halte ich an, bin sehr stolz auf mich und mein Freund muss viele Bilder von mir und meinem tollen Rennrad machen.

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Danach besuchen wir das beliebte Lokal Albergo Bellavista, dessen Panoramaterrasse tatsächlich traumhafte Blicke auf das Tal unten und die Berge bis zu den Dolomiten bietet. Beim Kaffee und Kuchen genießen wir die herrlichen Blicke.

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Nach einer Stunde Aufenthalt auf dem Mendelpass setzen wir unsere Tour fort. Diesmal fahren wir in die andere Richtung durch zahlreiche Orte bis nach Mezzocorona im Süden und danach verläuft unsere Rennradtour an malerischen Felsen, wunderschönen Apfelbaumwiesen und Weinbergen vorbei.

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An diesem Tag legen wir 75 km und 1100 km zurück. In Tramin bin ich ziemlich müde und will mich zum Abendessen in Ruhe vorbereiten. Mein Freund muss alleine mit dem Rennrad zum Auto fahren. Das tut mir aber gut und beim Abendessen in einer gemütlichen Pizzeria bin ich wieder fit.

Am nächsten Tag müssen wir wieder nach Hause. Nach dem Frühstück machen wir eine kleine Wanderung zur Burgruine Leuchtenburg aus dem 13. Jahrhundert, die auf 567 m oberhalb des Kalterer Sees liegt. Ich trainiere bergauf laufen und kann lange Erholungspausen einlegen, weil mein Freund wegen einer leichten Erkältung nicht besonders fit ist und nur langsam geht.

Von der Burgruine aus hat man einen wunderschönen Blick auf den Kalterer See. Ich laufe auf der Burgmauer entlang, fotografiere und wir gehen wieder zurück.

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Bergab bin ich wie immer sehr flott und laufe dreimal schneller als mein Freund. Aus Langweile fotografiere ich die Weinberge und muss auch ein paar Weintrauben probieren.

Nach der Wanderung besuchen wir das hübsche Lokal Seegarten, das direkt vor dem mediterranen Garten am See liegt. Das leckere Tiramisu schmeckt in dieser Szenerie besonders gut. Den kleinen Ferienort Kalterer See sehen wir uns auch an. Wir spazieren eine halbe Stunde lang und ich muss schon wieder feststellen, dass ein solcher Erholungsurlaub nichts mehr für mich ist.

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Danach geht unser sehr kurze Urlaub am Kalterer See zu Ende, aber ich bedauere es nicht, weil wir in ein paar Wochen wieder nach Südtirol kommen. Der Herbst in den Dolomiten muss traumhaft schön sein und ich freue mich schon darauf.

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