Marathonvorbereitung zum München Marathon – 28-km Lauf von Dachau nach Indersdorf

Vor zwei Wochen habe ich mich m München Marathon angemeldet. Es war eine spontane und schnelle Entscheidung, weil ich beobachtet habe, dass es mir immer schwieriger fällt, meinen inneren Schweinehund zu besiegen und mich zu einem längeren Lauf zu motivieren. Meine normalen 10-km Trainingsläufe mache ich zwar regelmäßig drei- bis viermal in der Woche, aber mit den längeren Läufen klappt es sehr selten, weil es immer Ausreden wie Zeitmangel oder schlechtes Wetter gibt. Aber gestern war ein schöner, sonniger Tag und es gab keine Ausreden mehr.

Ich nehme mir frei, um das einzige, sommerliche Tag der Woche auszunutzen. Da mein Rennrad eine kaputte Speiche hat und repariert werden muss, entscheide ich mich für einen längeren Lauf . Die Strecke finde ich schnell, nämlich 15 km von Dachau Ost nach Markt Indersdorf und zurück. Es ist der nächste größere Ort im Dachauer Hinterland, wo ich oft mit dem Rennrad unterwegs bin und ich wollte schon immer dorthin laufen.

Um die Strecke zu erweitern, laufe ich auf den Schlossberg in der Dachauer Altstadt und fotografiere mit meinem Iphone den hübschen Schlossgarten.

marathonvorbereitung_28_km_indersdorf1  marathonvorbereitung_28_km_indersdorf2

Weiter geht es auf dem Radweg der St047 und St050 zu den Dörfern Webling und Lohfeld. Die Strecke ist vielleicht nicht so toll, weil die Straße stark befahren ist, aber es ist der kürzeste Weg nach Indersdorf und ich kenne ihn sehr gut.

marathonvorbereitung_28_km_indersdorf3  marathonvorbereitung_28_km_indersdorf4

Kurz vor Niederroth entfernt sich der Radweg von der Hauptstraße und ich kann im Schatten im kleinen Wald laufen. Vor dem Dorf Unterhadenzhofen, das eigentlich nur eine Reitanlage ist, verläuft die Strecke ziemlich steil bergauf. Ich mache eine Pause und gehe schnell den Berg hoch. Oben fotografiere ich die Pferde mit dem Ort Niederroth im Hintergrund.

marathonvorbereitung_28_km_indersdorf5  marathonvorbereitung_28_km_indersdorf6

Zum Glück habe ich meinen neuen Trailrunning Rucksack von Salomon mit einem 0,7 Liter Getränk dabei. Es ist aber heiß, 27 Grad und die Strecke ist hügelig. In der Flasche ist nicht mehr viel Getränk und ich bin hungrig, weil ich nur gefrühstückt habe. Gleich bin ich in Niederroth und nach Indersdorf sind nur noch 3 km. Leider bin ich ziemlich erschöpft und bezweifle, ob ich die ganze Strecke schaffe. In Indersdorf mache ich eine Pause, kaufe im Lebensmittelgeschäft an der Hauptstraße eine Käsesemmel, zwei süße Kleiningkeiten und 1 Liter Wasser.

marathonvorbereitung_28_km_indersdorf7  marathonvorbereitung_28_km_indersdorf8

Auf dem Rückweg ist der Himmel schon bedeckt und es gibt einen sehr starken Wind. Ich bin zwar vom Essen und Trinken gestärkt, aber meine Beine sind sehr schwer und es macht mir langsam keinen Spaß mehr. Ich denke an den München Marathon, aber bin nicht besonders motiviert. Ich frage mich eher, was für einen Sinn solche langen Läufe machen und überlege mir, ob ich meinen Marathon-Startplatz gegen einen Halbmarathon-Startplatz nicht tauschen soll. Nach dem 21. Kilometer, also der Halbmarathon-Strecke laufe ich noch den Berg runter, aber danach gebe ich auf. Die Beine sind sehr schwer und der Kopf will überhaupt nicht mehr laufen. Ich schließe die Aufzeichnung des Laufes mit der Runtastic-App ab und beginne die Aufzeichnung des Gehens. Problemlos kann ich schnell gehen, immer wieder laufe ich doch und die restlichen 6 km lege ich in 50 Minuten zurück.

Zu Hause bin ich etwas traurig, dass es mir nicht gelungen ist, das Ziel zu erreichen. Ich verstehe jedoch, dass ich vielleicht meine Möglichkeiten überschätzt habe. Ich laufe so lange Strecken zu selten und meine Beine sind nicht daran gewohnt. Die Bedingungen waren auch nicht optimal, da es heiß, dann sehr windig und die Strecke hügelig war (insgesamt 250 Höhenmeter). Bis zum Marathon habe ich noch 2 Wochen Zeit und ich werde versuchen noch ein paar Mal längere Strecken zwischen 30 und 40 km zurückzulegen, auch wenn ich am Ende viel gehen muss. Meine Beine müssen sich an solche Strecken gewöhnen. Mal sehen, ob es was hilft. Wenn nicht, dann geht die Welt auch nicht runter, wenn ich meinen ersten City-Marathon nicht schaffe. Wichtiger ist es mir, dass mir ein Marathon Spaß macht, da es doch meine Freizeitbeschäftigung ist. Eine angemessene körperliche Anstrengung ist gesund für Körper, Geist und Seele, aber eine Überforderung beim Sport bewirkt eher das Gegenteil. Das möchte ich auf keinen Fall.

2 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.