Mein erster Marathon – der Gletschermarathon Pitztal-Imst 2015

Eine Woche nach meinem ersten Halbmarathon beim Stadtlauf München von Sportscheck, findet der Gletschermarathon Pitztal-Imst statt, für den ich mich Mitte Juni angemeldet habe. Das ist mein erster Marathon und ich muss ihn ohne eine besondere Marathonvorbereitung laufen. Einmal im Januar bin ich zwar eine Marathonstrecke von Dachau zum Schloss Nymphenburg gelaufen, allerdings mit vielen Pausen. Der Gletschermarathon Pitztal-Imst ist jedoch ein besonderer Marathon. Man läuft vor der traumhaften Bergkulisse im langen Pitztal zirka 800 m bergab.
Ich entscheide mich gerade für diesen Marathon, weil ich Berge liebe und mich wunderschöne Landschaften immer zur körperlichen Anstrengung motivieren. Bergab laufen macht mir auch sehr Spaß und strengt mich nicht so sehr an.

Der Gletschermarathon findet am Sonntag, den 05.07.2015 statt. Ich fahre schon am Samstag nach Imst, wo ich ein Hotelzimmer im Hotel Stern für mich und meinen Freund gebucht habe. Mein Freund fährt mit mir nicht mit, weil er am Freitag seine große 2-tägige Rennradtour nach Südtirol gestartet hat, die am Samstag abend in Imst enden soll.

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Ich bin vor dem Marathon ziemlich aufgeregt, dazu fahre zum ersten Mal eine längere Strecke mit unserem neuen Auto Toyota Verso. Kurz vor dem Fernpass erwische ich einen riesigen Stau und verliere 1,5 Stunden Zeit. In Imst checke ich im Hotel ein und gehe gleich zum Sportzentrum, um die Startunterlagen abzuholen.

Danach habe ich noch viel Zeit, da mein Freund noch mit dem Rennrad von Timmelsjoch nach Imst unterwegs ist und erst kurz vor dem Abendessen ankommt. Ich sehe mir die Stadt an und mache eine kleine Wanderung oberhalb von Imst. Es ist heiß wie am Mittelmeer im Sommer, 35 Grad. Das ist viel zu heiß, um einen ersten Marathon zu laufen, aber ich hoffe, dass sich in Mandarfen auf 1700 m um 8:30 noch aushalten lässt.
Gegen 19 Uhr ist mein Freund endlich da. Er sieht gar nicht erschöpft aus. Unglaublich, was er geschafft hat. Mein Marathon ein Kinderlauf im Vergleich zu seiner Rennradtour. An 2 Tagen ist er von Dachau über Laars im Vinschgau/Südtirol und über den Timmelsjoch nach Imst gefahren. Es waren etwa 470 km und 5000 Höhenmeter.

In unserem Hotel essen wir zu Abend mit drei anderen Teilnehmern des Marathons. Ich schlafe nicht mehr als 4 Stunden, da ich vor meinem ersten Marathon so aufgeregt bin.
Zum Startort Mandarfen fahren wir mit anderen Läufern mit dem Bus. Die meisten Teilnehmer sind erfahrene Marathonläufer und die Atmosphäre ist sehr nett. Nach einer Stunde kommen wir im Ferien- und Skiort Mandarfen, der auf 1675 m gelegen ist. Oben ist es kühl und der kleine Ort liegt noch im Schatten der Berge.

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Um 8:30 starten wir. Alle fangen sehr schnell an, obwohl die ersten 2 Kilometer leicht bergauf gehen. Für mich ist es etwas anstrengend, schneller bergauf zu laufen, aber ich weiß, dass es nur eine kurze Strecke ist. Danach verläuft die Strecke bergab und ich genieße es richtig, im wunderschönen Pitztal zwischen den zahlreichen kleinen Dörfern mit Kirchen vor der wunderschönen Bergkulisse zu laufen. Das Tempo 5:00 und manchmal schneller ist mir nicht zu anstrengend.

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Die Straße ist nicht gesperrt. Wir müssen rechts laufen und werden von vereinzelten Autos und Radfahrern überholt. Da ich mir bei meinem ersten Marathon Zeit lasse, mache ich zahlreiche Pausen an Verpflegungsstationen und schönen Aussichtspunkten.

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Wir laufen durch Orte wie Plangeroß, Köfels, St. Leonhard, Zaunhof, Wenns und werden von den Einwohnern sowie Touristen begrüßt und angefeuert.

Die ersten 20 Kilometer sind sehr angenehm und es ist noch nicht so heiß. Mein Freund kommt mir mit dem Rennrad entgegen, begleitet mich eine Zeit lang und macht Bilder von mir.

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Danach wird es heißer und anstrengender. Auf der Strecke nach dem 20. Kilometer gibt es ein paar Stellen, wo es leicht bergauf geht. Insgesamt sind es auf der gesamten Marathonstrecke etwa 300 Höhenmeter Steigung. Da es mittlerweile heiß ist und ich ziemlich müde bin, will ich die steileren Strecken nicht laufen und gehe sehr schnell bergauf. Die längste Steigung beträgt 1 bis 1,5 km und befindet sich kurz vor dem Ort Wenns, nach dem 29. Kilometer und hier brauche ich mehr Zeit.

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Danach geht es wieder bergab und ich kann wieder etwas schneller laufen. Ich nutze jede Gelegenheit, wie ein Brunnen oder Wasserstrahl, um mich abzukühlen. Zweimal werden meine Laufschuhe so nass ich befürchte, Blasen zu bekommen. Das passiert nicht, weil die Schuhe nach 10 Minuten wieder trocken sind.

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Die letzten 5 Kilometer sind sehr anstrengend. Ich bin erschöpft und es wird immer heißer. Ich kann auf den flachen Strecken nicht mehr laufen und gehe. Kurz vor Imst sehe ich ein Gebäude mit der Überschrift „Das Leben ist schön“, fange an zu bezweifeln, ob es stimmt und frage mich, warum ich mich so quäle. In der Stadt unten sind es gegen 13 Uhr 35 Grad.

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Am Ziel wartet auf mich mein Freund und ist stolz auf mich. Ich bin auch sehr glücklich, dass ich es geschafft habe, trotz Hitze und mit kaum Vorbereitung meinen ersten Marathon zu finishen. Ich kann auch mit meiner Zeit zufrieden sein: 4 Stunden und 25 Minuten.

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Das nächste Mal werde ich einen normalen City-Marathon laufen. Allerdings nicht im Sommer, weil die Gefahr groß ist, dass es wieder so heiß sein wird. Der Marathon München im Oktober ist optimal, weil er vor der Haustür stattfindet.

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