Die zweitägige Rennradtour über Pfingsten vom Altmühlsee nach Franken

In diesem Jahr war das Wetter an Pfingsten in Süddeutschland leider nicht so schön. Trotzdem wollten wir aber unbedingt an diesen zwei Feiertagen eine Rennradtour mit einer Übernachtung unternehmen und suchten nach einem geeigneten Ziel.

Am Samstag, dem 23. Mai entscheiden wir uns für Franken, weil die Wettervorhersage für Würzburg etwas besser aussieht. Ich kaufe beim Sportgeschäft Bittl zwei Kompass-Karten für diese Region und mein Freund plant über Garmin Connect die Tour für mein neues Gerät Garmin Edge 1000. An den zwei Tagen sollen wir etwa 250 km fahren und für die Übernachtung ist die Stadt Ochsenfurt südlich von Würzburg gut geeignet. Am Abend buche ich eine Pension in Ochsenfurt.

Am Pfingstsonntag beginnt die Tour. Unser Gepäck ist nicht groß. Ich habe nur eine kleine Satteltasche von Vaude und muss mich auf die notwendigsten Sachen einschränken: ein paar Kosmetikartikel in kleinsten Größen, Ärmlinge und Beinlinge, ein langärmliges Sportshirt etc. Meine Nikon-Kompaktkamera nehme ich selbstverständlich auch mit.

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Früher bin ich immer mit einem riesigen Koffer gereist und selbst für einen Wochenendurlaub habe ich viel Gepäck mitgenommen. Als mir mein Freund vor 2 Jahren über seine Radreisen mit der Ex-Frau erzählt hat, konnte ich mir nie vorstellen, dass ich ein paar Tage unterwegs nur mit einer kleinen Satteltasche bin. Mittlerweile sehe ich alles ganz anders. Wenn man gezwungen ist, sich bei Radreisen auf das Wesentliche einzuschränken, vermeidet man viel Stress beim Kofferpacken und man kann oft, spontan und kostengünstig solche Wochenendtrips mit dem Rad unternehmen.

Nach dem Frühstück kurz nach 10 Uhr fahren mit dem Auto zum Altmühlsee. Dort in Muhr am See stellen wir das Auto ab und fahren zuerst zum Seezentrum Muhr am See. Unsere Tour beginnt gegen 12:30. Da wir uns in der Gegend überhaupt nicht auskennen, verlassen wir uns auf die Routenführung von Garmin. Sie scheint gut zu funktionieren und nach einer Stunde Fahrt sind wir in hübschem Städtchen Herrieden, machen dort ein paar Bilder und kaufen was Süßes beim Bäcker.

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Weiter fahren wir auf kleinen, ruhigen Straßen, die mein Freund mit der Karte ausgesucht hat. Hinter Frommetsfelden stellt sich aber heraus, dass er auch ein paar Schotterwege erwischt hat, die auf der Kompass-Karte als solche nicht zu erkennen waren. Wir müssen die Rennräder schieben, bis wir wieder auf einer asphaltieren Straße sind. Das ist leider das Problem  beim Rennradfahren. Man möchte auf kleinen Straßen mit möglichst wenig Autoverkehr fahren, aber wenn man die Strecke nicht kennt, kann schon passieren, dass der Asphalt nach ein paar Kilometer aufhört.

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Unser erste Zwischenziel ist Rothenburg ob der Tauber. Vor mehreren Jahren war ich dort und die riesige, wunderschöne Altstadt hat mir sehr gut gefallen. Gegen 16:30 erreichen wir die verkehrsfreie Altstadt und schieben unsere Räder zwischen den unzähligen Touristen aus der ganzen Welt. Rothenburg ist eine weltberühmte touristische Attraktion und an einem Pfingstsonntag ist hier besonders viel los. Mit unseren Rennrädern sehen wir viel exotischer als japanische und chinesische Touristen aus, aber es macht uns nichts aus.

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Nach 20 Minuten Sightseeing suchen wir uns einen gemütlichen Café und genießen Cappuccino und Kuchen sowie einen herrlichen Blick auf die Altstadt. Viel Zeit haben wir aber nicht, da es schon 17:30 ist und nach Ochsenfurt sind es noch fast 50 Kilometer. Mein Freund findet eine Abkürzung aus der Altstadt, die wahrscheinlich keine ist. Der schmale Wanderpfad runter zur Tauber ist sehr steil. Ich traue mich nicht zu fahren und schiebe das Rennrad.

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Der weitere Weg ist aber wunderschön. Wir fahren auf einem Radweg an der Tauber entlang, vorbei an viele kleinen fränkischen Orten in einer hügeligen und malerischen  Landschaft.

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Um 19:30 erreichen wir fast das Ziel, die Stadt Ochsenfurt. Unsere Pension befindet sich aber im Dorf Erlach, 4 km von Ochsenfurt entfernt. Wir rufen in der Pension an, um Bescheid zu sagen, dass wir bald ankommen und uns nach Verpflegungsmöglichkeiten im Dorf zu erkundigen. Das letzte, kurze Stück unserer Strecke geht bergauf und wenn wir in Erlach ankommen, bin ich sehr erschöpft. Mit 115 km und 900 Höhenmeter ist es eine der längsten Rennradfahrten, die ich bisher an einem Tag gemacht habe.
Im Dorfrestaurant ist nicht viel los, auf der Speisekarte gibt es polnische Gerichte aus meinem Heimatland, aber wir entscheiden uns für panierte Schnitzel. Die Portionen sind riesig, aber wir haben Riesenhunger und es schmeckt lecker.

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Am nächsten Tag starten wir gleich nach dem Frühstück um 10 Uhr und fahren wieder nach Ochsenfurt, um uns kurz die hübsche Altstadt anzusehen. Der weitere Weg soll durch die Weingegend nach Iphofen gehen, aber wir verlassen Ochsenfurt auf der rechten Seite des Mains, fahren auf anderen Straßen, als wir mit dem Garmin ursprünglich geplant haben und die Routenführung funktioniert nicht.

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Insgesamt ist das Wetter nicht so toll, es ist bewölkt, aber mit den Temperaturen um 20 Grad ist das Rennradfahren angenehm.

Kurz vor Mittag kommen wir in Iphofen an. Es ist eine kleine, hübsche fränkische Weinstadt. Dort war ich vor 13 Jahren während meines Touristikstudiums an der Fachhochschule München. Wir haben eine Fallstudie gemacht, um der Stadt zu helfen, mehr Touristen anzulocken und bei der Vorstellung der Ergebnisse unserer Studie war die ganze Stadt mit dem Bürgermeister und die Leiterin der Touristinformation anwesend. So toll waren unsere Ideen aber auch nicht und es sieht nicht so aus, dass viel mehr Touristen als damals nach Iphofen kommen. Die Stadt ist zwar noch hübscher und gepflegter als vor 13 Jahren, aber an einem Pfingstmontag war es dort sehr ruhig.

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Diesmal sehen wir uns kurz die Altstadt an, machen ein paar Bilder und machen eine Pause in einem Café. Wir freuen uns, dass endlich die Sonne scheint und der blaue Himmel zu sehen ist.

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Unsere Freude ist aber kurz. Wir fahren durch die malerischen Weinberge südlich von Iphofen, aber der Himmel ist schon bedeckt. Wir fahren durch die Region Naturpark Steigerwald und zwei Stunden später sind wir im Ort Reusch, wo es anfängt, heftig zu regnen. Wir sind froh, dass wir im letzten Moment ein Bushaltestellenhäuschen finden. Es wird immer kälter und wir ziehen alles an, was wir haben. An eine weitere Fahrt ist nicht zu denken.

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Eine Rennradfahrerin, die in der Gegend wohnt und sich die Bushaltestelle als Schutz vor Regen ebenfalls ausgesucht hat, informiert uns, dass es im Ort Uffenheim, der 6 km von Reusch entfernt ist, einen Bahnhof gibt. Nach einer Stunde verlassen wir das Bushaltestellenhäuschen und fahren auf der nassen Straße zum Bahnhof von Uffenheim. Dort stellt sich heraus, dass wir sogar eine direkte Zugverbindung nach Muhr am See haben, wo unser Auto steht. Somit müssen wir unsere Tour an diesem Tag auf 50 km verkürzen und die Weiterfahrt erfolgt gemütlich in einem warmen Zug. Das Zwischenziel, den Brombachsee, erreichen wir somit nicht.

Insgesamt war es aber eine schöne Rennradtour, die ich an einem schönen Wochenende gerne wiederholen würde.

Die Strecke vom Altmühlsee nach Erlach bei Ochsenfurt auf gpsies.com: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=ryjykbtrybewpvlt

Die Strecke von Erlach nach Uffenheim: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=pyrsrqfnnbobunus

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