Bergtour von Geitau auf den Jägerkamp, die Rotwand und zum Soinsee – Wandern & Trailrunning

Anfang Juni war das Wetter bei uns sehr schön und es gab viele heiße Tage mit 30 Grad und mehr. Ich war oft mit dem Rad am See baden, habe auch 50-km Rennradausfahrten zum Kranzberger See nördlich von Dachau gemacht und in der Pause zum Abkühlen in den kleinen See gesprungen. Laufen konnte ich nur früh am Morgen oder am Abend.

Der Freitag, der 12. Juni ist auch ein sehr heißer Tag. Ich will aber unbedingt in die Berge fahren und eine Bergtour machen, wie zwei Wochen davor. Ich denke, dass es in den Bergen wesentlich kühler ist und plane mit der Karte eine Rundtour im Spitzingseegebiet.

Diesmal fahre ich wesentlich früher los, auf der Salzburger Autobahn gibt es keinen Stau und um 10 Uhr bin ich schon in Geitau (zwischen Aurach und Bayrischzell), wo meine Tour anfangen soll. Der erste geplante Gipfel ist die Ailpspitz (1759 m). Ich parke mein Auto auf dem Parkplatz mit einem tollen Blick auf die Berge, wo der Wanderweg auf die Ailpspitz beginnt. Aber es gibt gleich einen Hindernis – ich muss durch eine Wiese von riesigen Kühen und gehen. Im ersten Moment habe ich etwas Angst, aber dann komme ich zu dem Schluss, dass ich nicht der einzige Wanderer bin und die Kühe normalerweise friedliche Tiere sind.

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Der Wanderweg ist traumhaft schön und ich genieße die freie Aussicht auf die Berge und den Wendelstein. Am Anfang ist der Weg flach und ich laufe, aber es sind mehr als 25 Grad und ich befürchte, dass meine Bergtour sehr anstrengend sein kann. Nach einer halben Stunde bin ich in einem Wald und es ist eine wesentliche Abkühlung. Ich kann jetzt schnell gehen, aber der Wald hört bald wieder auf und man hat eine malerische Panorama auf die Wiesen mit Blümchen und Kühen, die Geitauer Alm und die Aiplspitz.

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Ich mache mehrere Bilder und bald erreiche ich die bewirtschaftete Alm (ca. 1350 m). Der weitere Weg wird immer steiler, schmaler und gerölliger. An ein paar Stellen kann ich mit meinen Trailrunning Schuhen schlecht hinaufgehen. Ich überlege mir, ob ich den gleichen Weg zurück heruntergehen kann, aber trotzdem weiter.

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Nach 1,5 Stunden Gehzeit vom Parkplatz aus, befinde ich mich an einer Stelle, wo sich die Wanderwege trennen, auf ca. 1550 m. Zum Gipfel sind es nur noch 30 Minuten. Es ist sehr heiß, aber ich gehe weiter und genieße die traumhaften Blicke.

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Bald merke ich aber, dass die Aiplspitz kein leichter Gipfel ist. Ich muss auf den Felsen klettern und meine Schuhe sind dazu ungeeignet. Da ich ganz alleine unterwegs bin, weit und breit keine anderen Wanderer zu sehen sind, beschließe ich umzudrehen. Ich gehe sehr langsam und vorsichtig runter. Zum Gipfel haben mir nicht mehr als 100 m gefehlt, aber es war eine richtige Entscheidung, weil man sein Leben nicht riskieren soll.

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Jetzt muss ich meine Routenplanung ändern und es bleibt mir nichts anderes übrig als den Weg in die andere Richtung nach Aurach und zur Benzingalm zu gehen. Es handelt sich hier um wieder um einen schwierigen Wanderpfad, der eine Herausforderung für meine Trailrunning Schuhe darstellt. Er ist sehr schmal, rutschig, mit vielen Wurzeln und schlängelt sich 200 m bergab. Ich gehe sehr langsam und vorsichtig, wenn ich abrutsche, bin ich wahrscheinlich tot. Ich bin schon 2,5 Stunden unterwegs, habe Hunger und bin schwach, aber will auf diesem gefährlichen Wanderpfad nichts essen und endlich den sicheren Weg unten erreichen. Der Abstieg dauert nur eine halbe Stunde, aber es bedeutet eine Mutprobe für mich.

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Danach wird der Wanderpfad breit und bequem. Ich mache endlich eine kurze Rast, esse mein Schinken-Käse Brot und sehe mir die Karte an. Ich beschließe, auf einen anderen Gipfel zu gehen, den Jägerkampf. Die anderen Wanderer bestätigen mir, dass es ein einfacher Gipfel ist. Ich gehe an der Benzingalm und der bewirtschafteten Jägerbauernalm vorbei. Die zweite befindet sich auf 1550 m und es gibt dort viele Tiere, unter anderem zwei exotische Lamas.

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Gegen 14 Uhr erreiche ich den Jägerkamp (1746 m). Vom Gipfel aus erstreckt sich eine wunderschöne Panorama auf die Berge, den Schliersee und die unten gelegenen Obere- und Untere-Schönfeldalm. Auf dem Gipfel ist es endlich herrlich kühl und ich verbringe dort eine gute halbe Stunde. Zwei andere Wanderer, die sich besser auskennen informieren mich, dass ich über die Schönfeldhütte zum Taubenstein und zur Rotwand, zum Soinsee und dann nach Geitau weiter gehen kann, aber bezweifeln, ob ich das alles vor Einbruch der Dunkelheit schaffen kann. Da es aber erst 14:30 ist und ich bergab schnell laufen kann, bin ich ziemlich optimistisch.

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Ich verlasse den Gipfel, genieße das Bergablaufen und eine halbe Stunde später sitze ich schon in der Schönberghütte (1410 m) und trinke ein kaltes Spezi. Von dort aus sind es fast 2 Stunden Wanderzeit auf die Rotwand, aber ich hoffe, dass ich diesmal auch weniger Zeit brauche.

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Bis zur Station der Taubersteinbahn brauche ich eine halbe Stunde, dann gehe ich an der Taubensteingipfelstüberl Touristen und dem Tauberstein (1692 m) vorbei. Den Gipfel besteige ich nicht, weil er felsig ist und ich wenig Zeit habe.
Das letzte Stück des Wanderweges auf die Rotwand ist besonders schön. Ich laufe oberhalb vom Rotwandhaus, an malerischen Felsen vorbei und gegen 16:30 erreiche ich die Rotwand (1884 m). Auf dem Gipfel war ich schon vor 2 Jahren, allerdings mit meinem Sohn und wir sind mit der Traubensteinbahn gekommen und auf die Rotwand gewandert.

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Die Aussicht von der Rotwand aus ist herrlich, aber lange kann ich mich dort nicht aufhalten. Danach kann ich endlich wieder bergab laufen und es macht Riesenspaß. Ich sehe mir kurz das Rotwandhaus an, wo mein Freund und seine Ex-Frau mehrere Sylvester verbracht haben.

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Zu meinem nächsten Ziel, dem Soinsee, brauche ich nur 30 Minuten. Der kleine See liegt auf etwa 1500 m, aber bei dem Abendlicht sieht er nicht besonders beeindruckend aus.

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Von dort aus brauche ich nur noch eine Stunde zum Auto in Geitau. Am Ende laufe ich auf einem idyllischen asphaltierten Weg mit einer Kapelle, Kühen und Blicken auf den Wendelstein.

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Um 20 Uhr bin ich zu Hause. Es ist schon toll, die Berge fast vor der Haustür zu haben.

Laut der Iphone-App Runtastic habe ich an diesem Tag 24 km mit 1900 Höhenmetern in 4 Stunden 39 Minuten gemacht. Es war eine wunderschöne und erlebnisreiche Rundtour und ich freue mich schon auf das nächste Mal in den Bergen.

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