Trailrunning von Ohlstadt auf den Heimgarten und Herzogstand

Seit dem Beginn der warmen Saison in diesem Jahr habe ich meine sportlichen Aktivitäten auf Laufen und Rennradfahren eingeschränkt. Ende Mai habe ich jedoch festgestellt, dass ich die Berge sehr vermisse und an einem schönen Tag in die Bayerischen Alpen fahren muss.

Am 28. Mai ist endlich wieder ein schöner sonniger Tag mit 24 Grad in München und während des Frühstücks beschließe ich spontan, frei zu nehmen und in die Berge zu fahren. Ich will wieder Trailrunning ausprobieren, wie im April auf Fuerteventura und am Gardasee. Bergauf kann ich nur gehen, weil meine Kondition zu schlecht ist, aber bergab laufe ich gerne, wenn das Gelände nicht zu unsicher ist. Auf der Outdoorkarte Bad Tölz-Lengries-Isarwinkel von Kümmerly+Frey finde ich meine Strecke: von Ohlstadt aus über die Bärenfleckhütte auf den Heimgarten und dann auf dem Gratweg auf den Herzogstand.

Auf dem Heimgarten war ich schon einmal mit meinem Freund, im Herbst 2013. Damals habe ich das wunderschöne Wolkenmeer zum ersten Mal in den Alpen gesehen. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Unten war es kalt und grau, oben gab es Sonne und war sehr warm, um 18 Grad. Alles war in Wolken, aber man konnte die Gipfel sehen, die wie Inseln im Meer aussahen.

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Ich packe einen kleinen Rucksack voll, nehme auch warme Sachen mit, die ich später gar nicht brauche und fahre gegen 10:30 Uhr los. Es ist etwas spät, aber nach Ohlstadt sind es nur 90 km und die Navigation von Mini One berechnet für die Strecke 1 Stunde Fahrzeit. Ich verlasse mich auf die Navigation, fahre durch München und erwische einen schlimmen Stau. Meine gute Laune ist schnell vorbei und ich bezweifle, ob ich überhaupt vor dem Abend in Ohlstadt ankomme. Irgendwie gelingt es mir aber eine Ausfahrt zu nehmen und ich fahre über die Landstraßen. Kurz nach 13 Uhr bin ich auf dem Heimgarten-Parkplatz, etwas oberhalb von Ohlstadt (ca. 700 m) und starte meine Tour.

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Die Strecke verläuft im Wald und am Anfang kann ich langsam bergauf laufen. Der Weg auf den Heimgarten über die Bärenfleckhütte ist gut beschildert. Ziemlich schnell sehe ich aber, dass es immer steiler wird, stelle enttäuscht fest, dass meine Kondition doch nicht so gut ist und kann nur noch schnell gehen. Laut dem Wegweiser beträgt die durchschnittliche Wanderzeit von Ohlstadt auf den Heimgarten 3,5 Stunden, deshalb bezweifele ich es, ob ich vor 20 Uhr vom Heimgarten zum Auto zurück komme. Der zweite Berg Herzogstand scheint mir unerreichbar zu sein.

Nach einer halben Stunde komme ich zum Bach (Kaltwasserleine) und gehe am Bach entlang zur Bärenfleckenhütte. Die Hütte befindet sich auf 1262 m und ist nicht bewirtschaftet. Ich mache eine kurze Pause, esse schnell mein Käse-Schinkenbrot und wandere weiter.

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Oberhalb der Hütte hört der Wald auf und ich kann endlich die wunderschönen Blicke auf die unten liegenden Kochel- und Walchensee genießen. Die Kamera stecke ich nicht mehr in den Rucksack rein und fotografiere viel. Kurz vor dem Gipfel gibt es noch ein paar Stellen mit dem Schnee.

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Den Heimgarten (1788 m) erreiche ich nach 1 Stunde 40 Minuten und brauche somit für die 1000 Höhenmeter nur die Hälfte der durchschnittlichen Wanderzeit von den Wegweisern. Vom Gipfel aus hat man eine grandiose Panorama auf die vielen schneebedeckten Berge, mein nächstes Ziel, den Gipfel Herzogsand, die Städte Ohlstadt, Eschenlohe und Murnau sowie die oberbayerische Seen: Walchensee, Kochelsee, Staffelsee, Riegsee. Die weit entfernten Starnberger See und Ammersee sind ebenfalls zu erkennen, aber die Sicht ist an diesem Tag nicht so gut.

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Ich verbringe eine halbe Stunde auf dem Gipfel und beginne den weiteren Weg auf den Herzogstand. Es sollen 2,5 Stunden Wanderzeit sein, aber ich hoffe, wieder schneller zu sein. Jetzt kann ich wieder laufen. Der Weg auf dem Grad ist traumhaft schön und relativ breit. An einigen Stellen ist der Wanderpfad mit Drahtseilen gesichert.

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Das letzte Stück auf den Herzogstand (1731 m) geht steil bergauf, trotzdem schaffe ich die Strecke zwischen den zwei Gipfeln in einer Stunde. Auch auf dem zweiten Gipfel verbringe ich auch eine halbe Stunde. Hier gibt es viele Wanderer und Touristen, die mit der Herzogstandbahn auf den Fahrenbergkopf (1627 m) gekommen und 200 Höhenmeter gemütlich gewandert sind.

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Die Aussicht vom Herzogstand über den Walchensee rechts und den Kochelsee links ist atemberaubend, noch schöner als vom Heimgarten aus.

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Es ist ziemlich spät, 16:30 und ich muss den ganzen Weg zurücklegen. Es geht jedoch schnell, weil ich meistens laufen kann. Erst der letzte kurze Abschnitt vor dem Heimgarten geht 200 m steil bergauf und ich merke, dass ich ziemlich müde bin.

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Eine Stunde später sitze ich schon in der Heimgartenhütte, trinke eine kalte Limonade und genieße zum letzten Mal den herrlichen Blick über den Walchensee. Runter zum Heimgarten-Parkplatz in Ohlstadt brauche ich nicht mal eine Stunde. Es macht Riesenspaß bergab zu laufen und ich bin sehr glücklich, dass ich mein Ziel doch erreicht habe und so viel Schönes gesehen und erlebt habe.

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Die gesamte Strecke gibt es auf gpsies.com: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=rxnqkmbkjekmfwxp

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