Traumhafte Rennradtour von Walchensee in die Eng und zum Sylvensteinspeicher am herrlichen Herbsttag

Die Wettervorhersage für den ersten Samstag im Oktober sieht sehr gut aus und wir entscheiden uns mit meinem Freund, diesmal im Karwendelgebirge Rennrad zu fahren. Die Strecke haben wir uns schon vor ein paar Monaten auf der Karte ausgesucht, aber die Tour konnten wir nicht umsetzen.

Wir fahren mit dem Auto zum Walchensee und parken in Urfeld. Es ist kurz nach 10 Uhr, aber noch ziemlich frisch, deshalb ziehe ich mich warm an.

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Ich starte mit gemischten Gefühlen, weil es sich um eine Strecke von 125 km mit fast 2000 Höhenmetern handelt. Ich denke zwar, dass meine Kondition nach einigen Wettkämpfen, der Auffahrt auf den Mendelpass und der Marathonvorbereitung wieder besser geworden ist, aber weiss nicht sicher, ob es für die anspruchsvolle Tour reicht.

Am Anfang fahren wir am Ostufer des Walchensees entlang. Dort bin ich mit dem Auto oft gefahren, aber es ist ein ganz anderes Gefühl, den malerischen See vom Rad aus zu bewundern. Leider sind auf der Strasse viele Autos unterwegs, weil die Tagestouristen an diesem herrlichen Herbstag mit 20 Grad auch in die Berge wollen. An der Herzogstandbahn, wo ich die Toilette suche, ist die Hölle los.
Am Südwestufer des Walchensees genießen wir einen idyllischen Blick auf den See und fahren weiter Richtung Wallgau.

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Dort verlassen wir die stark befahrene Strasse St11 und fahren auf einer ruhigen Strasse an der Isar entlang Richtung Osten. Die Landschaft ist traumhaft schön und erinnert an Kanada. Wir nehmen uns Zeit und halten kurz an schönen Stellen an. Für mich sind die Erholungspausen sehr wichtig, um Kraft für die weitere lange Fahrt zu holen.

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Nach 25 km erreichen wir Vorderriss und fahren weiter durch das schöne Rißtal in die Eng. In Hinterriss bleibe ich kurz stehen und fotografiere eine hübsche Kapelle.

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Die letzten 10 km verlaufen leicht ca. 300 Höhenmeter bergauf und ich brauche mehrere Fotopausen an idyllischen Stellen, um mich zu erholen. Für meinen Freund ist es zu langsam und wir sehen uns wieder erst im Almdorf Eng.

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Nach 50 km Fahrt mit vielen Höhenmetern bin ich etwas müde, aber erhole mich ziemlich schnell. Wir fahren ganz langsam auf dem asphaltierten Spazierweg zu den Almen und zum Selbstbedienungsrestaurant mit einem Spielplatz. Hier herrscht Trubel. Kein Wunder, weil die Eng eine herrvorragende Möglichkeit ist, tief in die Berge mit dem Auto zu kommen und die traumhafte Bergkulisse mit gigantischen Felswänden des Karwendelgebirges zu genießen.

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Für mich ist es ein symbolischer Ort. Einen solchen Tagesausflug in die Eng habe ich vor 5 Jahren auch gemacht, als ich noch keinen Sport getrieben habe. Ich habe mich damals alt, dick und unzufrieden gefühlt. Der Tagestrip mit dem Auto in die Eng hat mein Wohlbefinden nicht wesentlich verbessert. Nie hätte ich damals geglaubt, dass ich 5 Jahre später eine 125-km Rennradtour in das Karwendelgebirge und in die Eng machen werde.

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Nach 1,5 Stunden Aufenthalt im Almdorf setzen wir unsere Tour fort. Jetzt geht es sehr schnell bergab. Wir fahren an der Rissbachklamm vorbei uns sehen wir uns sie an. Nach Vorderriss brauchen wir von der Eng nur 45 Minuten.

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Dort fahren wir wieder an der Isar entlang Richtung Osten und können bald die ersten Blicke auf den schönen Sylversteinspeicher genießen. Wir machen zwei kurze Stopps am See und überqueren den See über eine Brücke.

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Weiter geht es in nach Lengriess und danach Richtung Westen nach Jachenau. Nach zirka 100 km Fahrt merke ich, dass ich schon müde bin. In Jachenau nehmen wir einen falschen Weg und machen viele unnötige Höhenmeter zum Ort Berg. Wir müssen umdrehen und finden den richtigen Weg, der am Nordostufer des Walchensees verläuft.

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Bevor wir aber den malerischen asphaltierten Uferweg erreichen, müssen wir einen sehr steilen Anstieg schaffen. Für mich ist es zu anstrengend und ich schiebe das Rennrad. Danach geht es runter zum Walchensee und wir bewundern die Landschaft kurz nach dem Sonnenuntergang.

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Auf der Autofahrt bin ich sehr müde, aber glücklich, weil ich so viel Schönes gesehen, erlebt und eine tolle Leistung erbracht habe.

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