Wie ich mit dem Rennradfahren anfing

Als ich meinen sportlichen Freund im Juli 2013 kennenlernte, begann eine neue spannende Phase in meinem Leben. Endlich konnte ich alles machen, wovon ich früher nur geträumt habe. Meine Kondition war noch nicht so gut, aber ich machte alles mit: die längere Radtour zum Starnberger See, zum ersten Mal im Leben das Mountainbike-Fahren am Gardasee, die Mountainbike-Tour im Karwendelgebirge mit der Hüttenübernachtung im Karlwender Haus und dem Aufstieg von der Hütte aus auf die Birkkarspitze (2.749 m) oder zum ersten Mal im Leben im Januar 2014 das Langlaufen.

Eins gelang damals meinem Freund nicht. Er versuchte mich zum Rennradfahren zu überzeugen und ich wollte es nicht, weil ich fand, es sei für eine Frau zu schwierig. Erst im Juli 2014 kam ich selbst auf die Idee, das Rennrad eines Bekannten auszuprobieren, das bei uns im Hobbykeller stand. Das Rennrad ist klein und passt sehr gut für mich.
Die Klickpedale wurden abgeschraubt und die normale Pedale von meinem alten Fahrrad befestigt. Ich setzte mich aufs Rennrad und fuhr alleine probeweise 20 km. Nach dieser kurzer Tour war ich begeistert und wollte nur noch Rennrad fahren.

rennrad_dachauer_umland  rennrad_dachauer_umland1
Bilder: 1. Erste Rennradtour im Dachauer Umland im Juni 2014, 2. Rennradfahren im Dachauer Umland im Sommer 2014

Zwei Wochen später hatte ich schon mehrere 50-70 km Rennradtouren hinter mir. Ich fuhr Rennrad alleine und mit meinem Freund. Es waren Ausfahrten in das schöne Dachauer Hinterland (Richtung Markt Indersdorf, Kranzberger See oder Petershausen) oder nach Süden zum Ammersee, Starnberger See oder Wörthsee.

An einem sehr heißen Wochenende kam ich auf die Idee, eine Wochenendtour mit dem Rennrad zu machen. Die Temperaturen an diesem Wochenende (18.-20. Juli) waren über 30 Grad und ich brauchte keine warmen Sachen. Nur so reichte mir die kleine Satteltasche aus. Ansonsten kann ich mir eine Rennradtour mit ein paar Übernachtungen nicht vorstellen. Eine Frau muss doch immer ein paar Sachen dabei haben.

Wir fuhren von Dachau aus Richtung Salzkammergut. Die erste Übernachtung war am Chiemsee, aber da wir nichts gebucht hatten, konnten wir keine freie Unterkunft finden und erst nach einer langen Suche gegen 22 Uhr, als ich total erschöpft und verzweifelt war, bekamen wir ein Zimmer. Nicht besser sah es am zweiten Tag aus. Wir kamen spät gegen 21 Uhr zum Obertrumer See. Dort gab es gerade einen Triathlon und es war hoffnungslos, eine freie Unterkunft zu finden. Ich war sehr müde und hungrig, wollte nicht mehr fahren und irgendwo am See an diesem heißen Sommertag übernachten. Mein Freund überzeugte mich aber, noch 20 km nach Salzburg zu fahren, wo wir auch ein nettes Zimmer gleich fanden.
Am nächsten Tag schauten wir uns kurz die Salzburger Altstadt an und fuhren weiter an der Saalach entlang (teilweise gab es dort keinen Asphalt) nach Bad Reichenhall. Der Weg am Fluss und mit Blick auf die Berge war wunderschön und zum Abkühlen sprangen wir in den eiskalten Fluss. In Bad Reichenhall stiegen wir in einen Zug und waren nach 2 Stunden Fahrt zu Hause.
Insgesamt waren es 270 km an diesen drei Tagen. Da ich solche Rennradtouren noch nie gemacht hatte, war es sehr anstrengend für mich, aber jeden Abend nach 100-120 km Fahrt genoss ich das Abendessen und fühlte mich glücklich, weil ich eine tolle Leistung vollbrachte, so viel gesehen und erlebte.

rennrad_salzkammergut  rennrad_salzkammergut1

rennrad_salzkammergut2  rennrad_salzkammergut3

rennrad_salzkammergut4  rennrad_salzkammergut5

Bilder von der Wochenend-Radtour nach Salzkammergut am 18.-20. Juli 2014:
1. Radweg in der Nähe vom Chiemsee (oben links), 2. Am Chiemsee (oben rechts), 3. Badepause am Waginger See (mittig links), 4. An der Saarlach nördlich von Salzburg (mittig rechts), 5. Sightseeing- und Kaffeepause in Salzburg (unten links), 6. Baden zum Abkühlen in der kalten Saarlach (unten rechts)

Da es meine erste und bisher einzige Rennradtour mit Übernachtung war, bleibt sie besonders tief in meiner Erinnerung.
Im Sommer machte ich noch viele Rennradtouren und kürzere Ausfahrten. Im August kaufte ich Rennradschuhe und fing das Fahren mit Klickpedalen an, was auf Anhieb klappte.

Im September machten wir einen Urlaub in Ligurien und Toskana. Ich konnte zum ersten Mal oberhalb des Meeres fahren und die herrlichen Blicke bis zum Mittelmeer und zu den malerischen Orten von Cinque Terre genießen. Die Fahrten auf den steilen Straßen von Cinque Terre waren eine neue Herausforderung für mich. Wo es steil bergab ging, hatte ich Angst und musste stark bremsen. Bergauffahren war es wiederum für mich manchmal zu anstrengend und ich musste das Rennrad schieben. Aber die herrlichen Landschaften und Blicke motivierten mich immer, weiter zu fahren. Zum Abkühlen badeten wir im warmen Meer und am Abend gab es leckere Pizza und Rotwein.
An einem Tag besuchten wir auch Lucca und Pisa. Es war schon spät, als wir in Pisa ankamen, weil mein Rennrad einen Platten in Luca hatte, aber ein paar Bilder vom berühmten schiefen Turm konnten wir machen.

rennrad_ligurien  rennrad_ligurien1

rennrad_ligurien3  rennrad_toskana

Bilder vom Urlaub im September 2014 in Ligurien und Toscana: 1. Oberhalb des Mittelmeeres in Cinque Terre (oben links), 2. Am Strand von Moneglia in Cinque Terre (oben rechts), 3. Am Strand von Levanto (unten links), 4. Der schiefe Turm von Pisa (unten rechts)

Meine letzte Rennradtour vor dem Einbruch der kalten Jahreszeit war am 1. November. Ich nutzte den sonnigen warmen Feiertag aus und fuhr 47 km in 2:40 Stunden von Dachau zum Schloss Hohenkammer.

Im Winter 2014/2015 konzentrierte ich mich auf das Laufen. Jetzt freue ich mich schon auf den baldigen Beginn der neuen Rennradsaison.

rennrad_dachauer_umland2  rennrad_hohenkammer

Bilder: 1. Dachauer Umland zwischen Fahrenzhausen und Kranzberg (links), 2. Schloss Hohenkammer (rechts). Die letzte Tour der Rennradsaison am 1.11.2014 vor dem Wintereinbruch

Tags from the story

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.